Plenum Bärendelle Hausbesetzung in Essen West

Plenum Bärendelle
Abschlusserklärung

Abschlusserklärung

Das „Plenum Bärendelle“ wurde zerschlagen. Seine Funktion war es, die unterschiedlichsten Leute und Interessen, die für zweieinhalb Tage in der ehemaligen Hauptschule Bärendelle zusammenkamen und auf einen Freiraum gehofft hatten, zu vereinigen und zu koordinieren. Offen, hierarchiefrei und demokratisch. Wir hatten uns darauf gefreut, das Plenum zunehmend zu erweitern um gemeinsam mit vielen Aktivist_innen, Anwohner_innen, Politik-, Kunst- und Kulturschaffenden ein selbstverwaltetes Zentrum aufzubauen.
Am Mittwochmorgen jedoch rückte eine vermummte, bewaffnete und gewaltbereite Gruppe namens „P.O.L.I.Z.E.I.“ an und drang, angeblich im Auftrag des ominösen „Rat der Stadt Essen“, in das Gebäude ein um das Leben aus dem Haus zu vertreiben und es in den Händen der Staatsgewalt wieder der Verrottung und dem Verfall zu übergeben.
Wir fragen uns nun, was wollen die dafür Verantwortlichen eigentlich mit diesem Haus? Was sind ihre Forderungen und Vorstellungen? Können wir als Bürger_innen der Stadt Essen unser Eigentum einer extremistischen Minderheit wie der städtischen Immobilienverwaltung überlassen, die sich rücksichtslos über die Interessen der Anwohner_innen, der Kunst- und Kulturschaffenden und der Jugend hinwegsetzt?
Die Vorgehensweise der Verantwortlichen hinsichtlich dieses Ortes blieb in den letzten Jahren ziemlich unkonkret. Außerdem verfügen sie im Stadtgebiet bereits über etliche Immobilien, in denen sie ihre Monokulturpolitik des Niedergangs bereits ungestört praktizieren (z.B. das ehemalige Jugendzentrum Papestraße, die ehemalige Volkshochschule und viele weitere Gebäude). Kann eine ehemalige Kulturhauptstadt nicht etwas mehr Vielfalt und Beteiligung vertragen?

Die Scherben des Plenums Bärendelle existieren weiter, geraten in die Hände von Anwohnerinitiativen, wachsenden Netzwerken und sich radikalisierenden Gruppen. Die Stadtpolitik wird hier an der einen Stelle noch den Spiegel vorgehalten bekommen und sich an der anderen Stelle schneiden.

2 Responses to Abschlusserklärung

  1. Pingback: Nach Blitzräumung in der Bärendelle: Stadt und Polizei in der Kritik

  2. Horst sagt:

    Durch Gewaltbereitschaft und Rechtsbruch kann man ein System nicht ändern, sondern nur durch Wahlen!Bringt eure Handlungsfähiugkeit in den politischen Prozess ein, macht euch stark in Parteien und als Meinungsbilder. Und lasst diese kindische Gehabe: „Bäh, die Polizei hat mir mein Spielzeug geklaut!“.
    Es ist nicht euer Haus! Aber es steht euch frei ein Kaufangebot zu machen!

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